Die Geschichte von Romwadi

Raphael

Eine halbe Stunde werden wir nun schon auf der schlechten Erdstrasse durchgerüttelt bis wir mit dem Geländefahrzeug bei Romwadi zuhause ankommen. Heiß ist es hier. 20 km südlich von Moshi. Da bringt auch der Blick auf den schneebedeckten Kilimanjaro keine Abkühlung. Romwadis Mutter lebt in einer kleinen Hütte alleinerziehend mit ihren Kindern. Vor einigen Wochen hatte sie ihren Jungen, dem seit Geburt der rechte Unterschenkel komplett fehlt, nach Usa River gebracht. Im kirchlichen Radio hatte sie gehört, dass Menschen mit Behinderung dort Hilfe erhalten. Bei Tee besprechen wir mit der Mutter wie Hilfe aussehen kann. Romwadi kann kaum laufen. Wir vereinbaren, dass wir uns als erstes um eine operative Begradigung des verkürzten rechten Beines bemühen werden um die Versorgung mit einer Prothese zu ermöglichen. Wie so oft in der sogenannten Dorfarbeit des Zentrums ist klar, dass dieser erste Hausbesuch der Beginn eines längeren Prozesses sein wird.

2 Monate später:
Romwadi ist im Krankenhaus. Das Rummelsberger Ärzteteam der Feuerkinder operiert ihn im Nkoaranga Lutheran Hospital. Jetzt muss der begradigte Unterschenkelstumpf heilen.

Wieder 2 Monate später:
In der Orthopädischen Werkstatt des Usa River Rehab Centers wird für Romwadi eine Prothese gebaut. Der Physiotherapeut im Zentrum übt anschließend zwei Wochen mit ihm. Romwadis Schmerzen und Anstrengungen lohnen sich: Er kann erstmals in seinem Leben ohne Schmerzen laufen.

Drei Monate später:
Unsere Partnereinrichtung, das Faraja Deaconic Centre (FDC) hat zugesagt, dass Romwadi dort die Grundschule besuchen kann. Das FDC ist eine sehr gute Internatsgrundschule für körperbehinderte Kinder. Gemeinsam mit seiner Mutter begleitet eine Mitarbeiterin des Zentrums den etwas verängstigten Jungen zu seinem ersten Schultag.

Ein Jahr später:
Romwadi ist stolzer und glücklicher Schüler in Faraja. In den Ferien fährt er nach Hause und besucht seine Mutter. Im Dorf wir der nicht mehr ausgelacht.